Gesundheit

Erfreut sich bei Prominenten großer Beliebtheit: das Cupping oder Schröpfen.

Wenig Druck, viel Wirkung

„Handauflegen“ gegen Schwellungen

Mit gekonnten Handgriffen kann der Physiotherapeut bei der manuellen Lymphdrainage die Heilungskraft des Lymphsystems aktivieren und fördern.

Überraschend sanft und sehr zurückhaltend sind die Berührungen bei der manuellen Lymphdrainage (MLD) – und damit so ganz anders als von herkömmlichen Massagen gewohnt. Dafür gibt es einen guten Grund.

Die Lymphdrainage soll gerade nicht die Durchblutung fördern oder die Muskeln lockern, sondern in erster Linie gegen Schwellungen helfen. Die Heilung erfolgt dabei gewissermaßen durch Handauflegen. Denn der Physiotherapeut nutzt seine flachen Hände. „Mit rhythmischen, kreisenden und pumpenden Bewegungen wird die angestaute Flüssigkeit mit sehr geringem Druck in Richtung Hals verschoben“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).

Die Behandlung lindert Schmerzen

Was vor rund 80 Jahren noch als „Scharlatanerie“ verschrien war, gilt längst als anerkanntes Therapiegebiet. Die Einsatzbereiche sind vielfältig. Mit einer Lymphdrainage können nicht nur Schwellungen abgebaut werden, wie sie etwa eine Verstauchung, Rheuma oder Störungen eines oder mehrerer Lymphknoten hervorrufen. Sie wirkt zugleich schmerzlindernd, kann die Wundheilung fördern und beim Lösen von verhärtetem Gewebe (etwa bei Operationsnarben) helfen. Einige Freunde der sanften therapeutischen Berührungen setzen sie auch bei leichten Hautunreinheiten und geschwollenen Augenlidern ein. Und noch dazu ist die Lymphdrainage sehr entspannend. Das soll bei bestimmten Arten von Kopfschmerzen, bei Migräne und angeblich sogar bei Depressionen helfen. Der Schlüssel zur Wirkung dieser Behandlung liegt im Lymphsystem, dem zweiten und im Vergleich zum Blutkreislauf deutlich weniger bekannten wichtigen Gefäßsystem im menschlichen Körper. Es dient der Immunabwehr und hat die Aufgabe, Flüssigkeiten zu sammeln, abzutransportieren und zu filtern, die sich im Gewebe ansammeln. Ist das System gestört, führt das in der Regel zu einer Ansammlung dieser Gewebsflüssigkeit. Nach außen macht sich das als Schwellung bemerkbar.

Das Abfließen der Flüssigkeit wird angeregt

Und genau da setzt die Drainage an. Je nach Beschwerden werden Arme, Beine, Kopf oder Bauch mit langsamen, kreisförmigen Massagetechniken behandelt, um das Abfließen der angestauten Flüssigkeit anzuregen und zu beschleunigen. In der Regel ist die Drainage dabei nur ein Element einer mehrteiligen Behandlung beim Physiotherapeuten (der so genannten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie). Sie wird etwa mit spezieller Gymnastik und Kompressionsverbänden kombiniert. Die Frage, ob bei den eigenen Beschwerden eine Lymphdrainage sinnvoll ist oder nicht, kann am besten ein Arzt beantworten. Der kennt sich auch damit aus, wie viele Behandlungen (in welcher Häufigkeit und Länge) er im jeweiligen Fall verschreiben muss.

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