Gesundheit

Wie aus zwei verschiedenen Welten: Das Maria-Hilf-Stift vor seiner ersten Erweiterung und heute.

In 160 Jahren vom Krankenhaus zum Seniorenstift

Bischof Mussinghoff kommt zum Geburtstag des Maria-Hilf-Stifts

Vor 160 Jahren wurde das Maria-Hilf-Stift für die Gemeinde von spendenfreudigen Gemeindemitgliedern der Pfarre und dem sehr engagierten Pfarrer Tillmann Joseph Heimbach gegründet. Dieses Jubiläum wird gefeiert. Am Sonntag, 2. Juli, wird gefeiert!

Am Sonntag, 2. Juli, um 14.30 Uhr wird ein Pontifikalamt mit dem em. Bischof Heinrich Mussinghoff auf dem Parkplatz an der Schloßkapelle gefeiert, musikalisch begleitet vom Konzener Kirchenchor.

Das Maria-Hilf-Stift wurde im Jahr 1857 als Hospitalstiftung in der Burg Monschau gegründet. Es diente unter anderem als Senioreneinrichtung, Waisenhaus, Müttergenesungswerk und bis in die 1960iger Jahre als Krankenhaus. Im Jahre 1857 wurde das Maria-Hilf-Stift durch den damaligen Pfarrer der kath. Kirchengemeinde St. Mariä Geburt in Monschau, Oberpfarrer Tillmann Joseph Heimbach, als Stiftung unter dem Namen »Maria-Hilf-Hospital« errichtet, und zwar zunächst in zwei ihm geschenkten Häusern in der Unterburg. Zur Betreuung und Pflege der Kranken konnten die Eupener Schwestern vom Orden der Franziskanerinnen der heiligen Familie gewonnen werden.1864 wurde dann die Hospitalkapelle durch den Bauunternehmer Peter Konertz gestiftet, dessen Schwester als Ordensfrau im Hospital wirkte. Die Stiftung ist eine im Sinne der römisch-katholischen Kirche geleitete Anstalt christlicher Liebestätigkeit und gilt als alte kirchliche Stiftung. Vorstand dieser Stiftung ist das Kuratorium, an dessen Spitze in früherer Zeit der Pfarrer der Kirchengemeinde stand.Oberpfarrer Seeger fungierte erstmalig als Vorstand des Kuratoriums im Jahre 1965. Ihm standen damals Sparkassendirekter a.D. Ewald Förster, Bürgermeister Herbert Isaac, Dr. med Karl Theodor Jouck, Johannes Lechtenböhmer, Stadtdirektor Josef Maevis und Oberkreisdirektor a.D. Peter Nickels zur Seite.

Genesungsheim

Bis 1970 wurde das Maria-Hilf-Stift vorwiegend als Krankenhaus für die Südgemeinden des ehemaligen Kreises Monschau betrieben. Angeschlossen waren ein sogenanntes Altenheim und ein Genesungsheim. Ein Erweiterungsbau wurde durch das Kuratorium vorangetrieben, wenn auch die Verhandlungen durch den Strukturwandel und die kommunale Neugliederung nur noch in Richtung Errichtung eines Altenheims zielten. Mit dem Erweiterungsbau (heute Haus Elisabeth) und den Umbauarbeiten (Haus Josef und Haus Antonius) konnte 1970 begonnen werden. Bis 1973 wurde das Krankenhaus zu einem Seniorenheim umgebaut. Betreut wurden Hospital und Altenheim von den Franziskanerinnen, die aber wegen Nachwuchsmangel und Überalterung Monschau aufgeben mussten und verließen. Am 8. Februar 1973 zogen die ersten Schwestern der Holy Family Congregation in Monschau ein. Pastor Seeger war es, der den Orden der Holy Family für Monschau gewinnen konnte. Mit ihm ist Entwicklung des Maria-Hilf-Stiftes zu einer modernen Einrichtung eng verbunden. Die Schwierigkeiten bei der Umgestaltung der unter Denkmalschutz stehenden Häuser waren enorm.Schräger AufzugIn den Jahren 1989 bis 1991 wurden im Auftrag des Kuratoriums ernsthafte Verhandlungen zur Errichtung eines Schrägaufzuges von der St. Vither Straße zum Maria-Hilf-Stift, als bessere Anbindung an die Stadt, geführt. Das Projekt scheiterte an den überzogenen Preisvorstellungen des damaligen Grundstückbesitzers. 1998 war es dann, als man die Neugestaltung des Eingangsbereiches in Planung genommen hatte. Diese Neugestaltung basierte auf dem Gedanken die Häuser Str. Joseph, St. Elisabeth und St. Antonius miteinander zu verbinden und wurde 2001 abgeschlossen.

Ab 2001 liefen dann auch Planungen, das nunmehr seit 30 Jahren bestehende Seniorenzentrum durch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen so zu modernisieren, dass das Haus auch in Zukunft gut ausgestattet, barrierefrei und von gehobener Qualität ist. Letztlich wurde entschieden, durch einen hangseitigen Neubau zur Kirchstraße (dem heutigen Haus St. Anna) einen fußläufigen Anschluss zur Stadt zu ermöglichen. Die Geschicke des Hauses und die Ausrichtung auf die Zukunft lagen zu diesem Zeitpunkt in den Händen der Oberin Schwester Daisy Maria und Frank Schade als Geschäftsführer. Im Herbst 2005 wurde mit dem Neubau begonnen, der genau vor 10 Jahren eingeweiht werden konnte.

Doppelspitze

Seit 2013 lenken die neue Oberin Sr. Anjana und Frank Schade Hand in Hand das Steuer des Schiffes Maria-Hilf-Stift. Das Haus beherbergt 102 Bewohner, beschäftigt 130 Mitarbeiter und Ordensschwestern und ist für die Zukunft gut aufgestellt. »Gott schirmte das Maria-Hilf-Stift in den Kriegen. Seine schützende Hand ließ es Wind und Wetter, gute und böse Zeiten überstehen. Einhundert Jahre segensreichen Wirkens hat das Haus hinter sich, einhundert Jahre sonniger und sorgenvoller Tage. Dass es noch lange Jahre unbesorgt in allen Zeiten seine Bestimmung helfender Liebe erfüllen möge, soll unser Wunsch zum 100. Geburtstag sein.« »Auf weitere 100 Jahre«, so schrieb man in der Chronik von 1957. Auch heute der Wunsch für die nächsten 100 Jahre, verpflichtet mit seinem Namen: Maria-Hilf!

Aus Indien angereist, nehmen die Generaloberin Mutter Udaya und die vorherige Oberin des Maria-Hilf-Stiftes, Sr. Daisy Maria, an den Feierlichkeiten teil, die um 14.30 Uhr mit einer Messfeier beginnen. Bis etwa 17.30 Uhr kann man Grußworten lauschen, in Erinnerungen schwelgen und sich ein aktuelles Bild von dem modernen Seniorenzentrum am Fuße der Monschauer Burg machen.


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