Expertentipp Region Trier

Dr. Jens Schaaf
- Integrative Medizin -

Hinweis

Dieser Bericht beruht auf eigenen langjährigen Praxiserfahrungen und soll nicht als konkrete Handlungsaufforderung verstanden werden, bzw. ersetzt keinen Arztbesuch.


Immunsystem Folge 1: Immunsystem und Darm - Analyse und Behandlung

Dr. Jens Schaaf betreibt selbst eine Praxis für Allgemeinmedizin und Integrative Medizin. Über vier Folgen hinweg erläutert er alles Wissenswerte rund um das Thema Immunsystem.

Die Aufgabe des Immunsystems besteht in der Abwehr von bakteriellen sowie viralen Infekten und Entzündungen.

Die Voraussetzung für ein gut funktionierendes Immunsystem ist ein intaktes (bakterielles) Milieu im Darm. Über 80% unserer Abwehrzellen werden im Bereich der Darmschleimhaut gebildet und trainieren sich an wichtigen Darmbakterien. Ein gestörtes Darmmikrobiom (ungünstige bakterielle Besiedlung) hat eine schlechtere Schleimhautabwehr zur Folge, die sich direkt auf eine Infektanfälligkeit der oberen Atemwege (Bronchitis, Lungengenentzündung, Neben- und Stirnhöhlenentzündung, Mandelentzündung, Kehlkopfentzündung, Angina etc.) auswirken kann.

Es gibt Bakterien, die besonders wichtig für die lokale Schleimhautabwehr, andere, die für die allgemeine Besiedlungsresistenz des Darms verantwortlich sind.
Eine genaue Analyse des Darmmikrobioms gibt Aufschlüsse darüber, welches Probiotikum genutzt werden kann.

Sollte also eine Infektanfälligkeit vorliegen, so kann der Arzt anhand der Ergebnisse einer Stuhlanalyse ein probiotisches Nahrungsergänzungs- oder Arzneimittel empfehlen. Mit der Unterstützung des Mikrobioms (Darmflora), können langfristig die Abwehrkräfte verbessert werden. In Frage kommen dabei Probiotika, die beispielsweise Colibakterien, Enterokokken oder Milchsäurebakterien enthalten.

Ebenso braucht man in vielen Fällen Prebiotika, um eine optimale Ernährung der unterschiedlichen Bakteriensorten zu erreichen, damit diese sich auch vermehren können. Wichtig hierfür sind u.a. resistente Stärke. Andersherum sollten bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. raffinierter (weißer) Zucker vermieden werden, damit schädliche Darmbewohner (z.B. der Hefepilz Candida albicans) sich nicht übermäßig vermehren.

Als besondere Maßnahme können spezielle Enterokokken auch direkt auf die Schleimhäute gebracht werden (als Nasenspray bei Nebenhöhlenentzündungen oder inhalativ bei Bronchitis). Sie unterstützen die lokale Abwehrfähigkeit der auf den Schleimhäuten angesiedelten Bakterienflora. Diese Option kann beispielsweise bei chronischen Infektionen angewendet werden.
Die Autovaccine stellt eine weitere mikrobiologische Möglichkeit dar, die o.g. Anwendungen sinnvoll unterstützt und den Erfolg verbessern kann.

In der nächsten Ausgabe wird über Faktoren berichtet, die unser Immunsystem schwächen, und was man dagegen unternehmen kann.

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