Gesundheit

Gelenkschmerzen

Trotz Hüft- , Knie- und Schulterschmerzen beweglich sein

Das Knie ist sehr verletzungsanfällig, während die Abnutzung des Schultergelenks eher selten ist. Das Hüftgelenk verschleißt schleichend, aber stetig.

Gelenkschmerzen: Mit künstlichen Gelenken ist sogar Sport möglich


Starker Schmerz ist nur eines der Probleme für Patienten, deren Gelenke (Hüftgelenke, Schultergelenke, Kniegelenke, etc.) durch einen Unfall, Verletzung oder eine Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen sind. Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Erkrankung sowie Therapie und Behandlungsmöglichkeiten.Viel schwerer wiegt oft die stark eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes.


Häufige Ursachen für Gelenkschmerzen sind oft Abnutzungserscheinungen (Verschleiß). Mediziner sprechen hierbei von Arthrose. Auch akute Entzündung der Gelenke und Verletzungen sind häufig für Gelenkschmerzen verantwortlich. Es gibt aber noch zahlreiche andere mögliche Ursachen.


Das Knie ist z.B. sehr verletzungsanfällig, während die Abnutzung des Schultergelenks eher selten ist. Das Hüftgelenk verschleißt schleichend, aber stetig. Die Schmerzen werden von Betroffenen verschieden wahrgenommen. Die Ursache ist nicht oft auf den ersten blick erkennbar. Eine richtige Diagnose ist für die Behandlung und Therapie sehr wichtig.


Gelenkschmerzen:Was tun?


Eine Lösung für beide Felder liefert die Endoprothetik: Den Patienten werden künstliche Gelenke oder Teilgelenke eingesetzt. Rund 400.000 solcher Operationen finden jedes Jahr allein in Deutschland statt. In der überwiegenden Zahl der Fälle sind das Knie oder die Hüften betroffen – mitunter auch die Schulter, deutlich seltener das Sprunggelenk, der Ellenbogen oder eines der Fingergelenke. Die Betroffenen klagen über chronische Schmerzen im Hüftgelenk, Kniegelenk oder im Schultergelenk.


„Studien zeigen, dass die Operation eine große Chance bietet, ein Leben ohne Gelenkschmerzen oder Gliederschmerzen (Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Schulterschmerzen) zu führen und wieder aktiv und in Bewegung zu sein“, betont Professor Dr. Bernd Fink, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik e.V. (AE).


Aktiv sein ist nach dem Eingriff wichtig

In der ersten Zeit nach dem Eingriff müssen die Patienten zwar etwas vorsichtig sein und ganz werden die künstlichen Gelenke gesunde Gelenke auch nie ersetzen können. Aber ein aktiveres Leben als ohne Operation ist allemal möglich – und Bewegung ist durchaus wichtig. Denn das künstliche Kniegelenk (auch Hüftgelenk und Schultergelenk) ist erfahrungsgemäß am besten geschützt, wenn es von trainierten Muskeln und straffen Bändern umgeben ist.


Auch wenn Hüfte und/oder Knie betroffen sind, können und sollen die Patienten mit dem hochwertigen Hüftgelenk oder Kniegelenk wieder Sport machen – so lange sie dabei mit Augenmaß vorgehen. Gut geeignet sind Sportarten, die das das künstliche Kniegelenk nicht durch plötzliche Stöße belasten.


Passender Sport für‘s Kunstgelenk


Gymnastik ist in Ordnung, Fußball problematisch. Auch und gerade mit einem künstlichen Gelenk ist Bewegung ein wichtiger Faktor. Fachleute raten dabei zu einem so genannten „Low-Impact“-Sport – also einer Disziplin, bei der die Gelenke geschont werden. Dazu gehören beispielsweise Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, Gymnastik, Rudern und Golf.


Bergwandern ist nur bedingt geeignet


Bedingt geeignet sind Tennis, Tischtennis, Kegeln, Bergwandern, alpiner Skilauf (allerdings nur in Schontechnik) und (aber nur unter bestimmten Voraussetzungen) leichtes Jogging.Nicht geeignet sind Sportarten, die plötzliche Drehbewegungen, extreme Abspreizungen, plötzliche oder dauerhafte Belastungsspitzen erfordern. Das trifft etwa aufdie beliebtesten Mannschaftsballsportarten (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball), aber auch auf den Marathonlauf zu. Auch Kampfsportarten, Hoch- und Weitsprung, Wasserski und Felsklettern sind nichts für Menschen mit Kunstgelenken. Auch Menschen die stechende Schmerzen in Beinen und Armen haben sollten diese Aktivitäten meiden.


Bei Fragen kann der Arzt weiterhelfen


Fehlt Ihnen hier noch eine Sportart, bei der Sie nicht einschätzen können, ob sie für Kunstgelenke geeignet ist, kann Ihnen der Haus- oder Facharzt weiterhelfen.


Erst eine konservative Therapie


Die Hüft-OP ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Ein künstliches Gelenk kann zwar vor akuten Schmerzen und Einschränkungen befreien. Vor einer solchen Operation sollten jedoch zunächst klinische Untersuchungen durchgeführt und andere Behandlungen probiert werden. Das ist die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik e.V. (AE), der zahlreiche Fachleute aus der gesamten Republik angehören.


„Lange nicht jeder Patient mit Gliederschmerzen braucht ein Gelenkersatz“, versichert AE-Präsident und Implantat-Fachmann Professor Dr. Bernd Fink. Eine konservative und schmerz- und physikalische Therapie sei stets der wichtige erste Schritt der Behandlung. Erst wenn brennende Schmerzen sich so nicht mehr lindern lassen, komme die Operation als eine Option ins Spiel. „Ein Blick auf das Röntgenbild allein reicht nicht aus, um das zu entscheiden – hier gilt es, die Symptome professionell zu beurteilen, den Patienten anzuhören und gemeinsam die nächsten Schritte zu planen.“ Ziel müsse es bleiben, für jeden Patienten die jeweils individuell beste Therapie zu finden. Oft ist das künstliche Hüftgelenk der letzte Ausweg.

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