Gesundheit

Dr. Henning Schrader.

Darmkrebsvorsorge in Deutschland: Erreichtes und Ziele

Vortrag in Düsseldorfer Krankenhaus

Jährlich erkranken circa 63.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, davon 34.000 Männer und 29.000 Frauen. Wie wichtig Vorsorgemaßnahmen sind, erklärt Experte Dr. Henning Schrader am 4. Juli im Sana Krankenhaus Gerresheim.

Unter Darmkrebs versteht man eine bösartige Wucherung im Dick- oder Mastdarm. Da sich der Darmkrebs sehr langsam entwickelt, wird er in vielen Fällen spät entdeckt – oft mit fatalen Folgen. Denn die Heilungschancen hängen entscheidend von Krankheitsstadium ab. »Darmkrebs, der fast immer aus zunächst gutartigen Darmpolypen entsteht, verursacht in den frühen Stadien wenig Symptome«, sagt Dr. Henning Schrader, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Sana Krankenhaus Gerresheim. »Es können mehrere Jahre bis Jahrzehnte vergehen bis die Schleimhautveränderungen bösartig werden und Krebs entsteht.« Durch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung würden die Vorstufen jedoch entdeckt und entfernt werden können, so der Spezialist.

Seit Ende 2002 gibt es in Deutschland die Darmspiegelung als Teil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms. Männer und Frauen können dem ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre eine Darmspiegelung durchführen lassen, denn das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit fortschreitendem Alter stetig an. Inzwischen liegt die Auswertung der ersten 10 Jahre dieses weltweit fast einzigartigen Vorsorgeprogramms vor.

Es zeigt sich bereits jetzt eine Abnahme der Darmkrebsneuerkrankungen und der Sterberate. Doch die Daten zeigen auch, dass viele Menschen diese Untersuchung nicht durchführen. Dabei kann durch eine Darmspiegelung, die regelmäßig durchgeführt wird, die Entstehung eines Tumors verhindert werden. Wichtig ist laut Schrader »eine umfassende Aufklärung der Patienten, speziell über den Ablauf und die Notwendigkeit einer Darmspiegelung«. Nur wenn ein Patient verstehe, dass eine Vorsorgeuntersuchung lebensrettend sein kann und man ihm die Angst vor dem Eingriff nimmt, könne das gesetzliche Krebsvorsorgeprogramm »auch die letzten Skeptiker von seiner Notwendigkeit überzeugen«.

In einem Patientenvortrag mit dem Titel »Darmkrebsvorsorge in Deutschland. Erreichtes und Ziele« klärt der Chefarzt am 4. Juli im Veranstaltungsraum des Sana Krankenhauses Gerresheim über Darmkrebs, die Notwendigkeit des gesetzlichen Vorsorgeprogramms sowie über die Darmspiegelung auf. Beginn ist um 18 Uhr, die Teilnahme kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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